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16 Tage Ausstellung zum 500. Turmjubiläum in Hagen

Buch und Vortrag über die Gotik

IMGP4056Ausstellungseröffnung mit Bürgermeisterin Christine Möller: Foto: Thomas PlogmannIm Rahmen der 16-tägigen Ausstellung zum Turmjubiläum 500 Jahre referierte Werner Pätzke vom renommierten Steinmetzbetrieb in Bevergern über die Stilepoche der Gotik und beschrieb diese Zeitspanne mit etwa 400 Jahren, während derer 5-mal mehr Steine gehauen und verbaut wurden als in den Jahrtausenden zum Bau aller ägyptischer Pyramiden.
Thomas Plogmann begrüßte für den Träger – und Heimatverein etwa 45 Teilnehmer, hiervon auch den jüngst pensionierten Diözesanbaumeister Ralf Schlüter, der im Vorfeld die visuelle Rekonstruktion der Martinuskirche von 1523 in Bild und Film entwickelt hatte.
Von Frankreich aus verbreitete sich der neue Baustil gegen Ende des 12. und Beginn des 13. Jahrhunderts auch in die hiesige „westfälische“ Gegend. Die Baustellen boten häufig etwa 200 Personen jahrelang Arbeit und Einkommen in Städten mit vielleicht gerade mal 4000 Einwohnern. Mangels statischer Berechnungen mussten die Baumeister häufig Höhe und Spannweiten ausprobieren und hierbei Grenzerfahrungen einholen.

Fotos Festsschrift 3 PhotoRekonstruktion 1523 Gotischer Saalbau von Südost: Diözesanbaumeister a.D. Ralf SchlüterBekanntestes Beispiel ist die Kathedrale von Beauvais mit einer Rekordhöhe des Gewölbes von 48,50 Metern, deren dauerhafte Stabilität allerdings nur durch hölzerne Stützstreben im Innenraum möglich bleibt.
So wie an allen damals gebauten Kirchen befinden sich auch an den Quadern und Portalen der Hagener Kirche deutlich erkennbare Steinmetzzeichen, die sowohl Qualitätsmerkmal waren als auch der Lohnabrechnung dienten, weshalb alle Zeichen fälschungssicher ausgeführt wurden.
Laut Pätzke scheint der Hagener Turm der einzige im westfälischen Raum zu sein, der bis zur Traufe komplett mit Steinzange verbaut wurde, sodass alle Quader heute noch erkennbar die Ansatzlöcher der Zange erkennen lassen. Die Steine wurden bereits am örtlichen Steinbruch behauen und dann von Hagener Bauern zum Bauplatz transportiert. Zahlreiche Fragen des interessierten Publikums lieferten Antworten von Pätzke, die weitere spannende Infos zur damaligen Bautechnik und dem Alltag eines Steinmetzes lieferten.

Die 16-tägige Ausstellung wurde vom Trägerverein ehemalige Kirche St. Martinus und dem Heimatverein Hagen sowie dem Fotokreis konzipiert und verzeichnete etwa 1000 Besucher.
IMGP4056Werner Pätzke während des Vortrages Foto: Reinhard FrauenheimHinweise zu Antworten auf die Fragen nach dem Aussehen der Kirche vor 500 Jahren, ihrer möglichen Raumwirkung, der Möblierung sowie der Außenanlagen und Nachbarbebauung lieferte eine fotografische und filmische 3 D Rekonstruktion, die Diözesanbaumeister Ralf Schlüter a.D. auf Basis der Forschungsergebnisse von Rainer Rottmann entwickelt hatte. Diese beindruckenden Fotos und der Film waren ebenso Teil dieser Ausstellung.
Die An – und Umbauphasen wurden mithilfe mehrerer 3 D Modelle, die eine Studierendengruppe der Hochschule Osnabrück entwickelt hatte, anschaulich dargestellt.
Bereichert werden konnte die Ausstellung auch über Bilder der Hagener Bevölkerung aus Privatbesitz mit bislang nicht bekannten Ansichten außen und innen.
Johannes Brand und Karl Große-Kracht vom Heimatverein Hagen führten gut besuchte Gruppen durch die Kirche und erläuterten die Baugeschichte, die Ausstattung und die Glockentechnik des Turmes.
Teil der Eröffnungsveranstaltung am 11. August war auch die Vorstellung des 120 Seiten starken Buches von Johannes Brand und Rainer Rottmann, das sowohl die Baugeschichte der Kirche als auch die Innenausstattung in den Blick nimmt. Das Buch kann auch bei der Gemeinde Hagen im Rathaus erworben werden.

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